Spindestuben

Ausgangspunkt für die Vereinsgründung

Im Rahmen eines durch den ESF – Europäischen Sozialfond geförderten Projektes, wurden in der Dübener Heide fünf Spindestuben gegründet. Neben den Spindestuben in den Ortschaften Meuro, Sachau und Söllichau der Gemeinde Bad Schmiedeberg wurden noch Spindestuben in Gniest (Gemeinde Kemberg) und Krina (Gemeinde Muldestausee)  gegründet.

Die Laufzeit des Projektes ging vom 01. September 2018 bis zum 30. November 2020. Das Projekt wurde von Carsten Passin, Philosophischer Praktiker aus Gniest geleitet.

passin@ev-akademie-wittenberg.de

https://ev-akademie-wittenberg.de/projekt/spindestube-dubener-heide

Projektbeschreibung

Spindestube Dübener Heide. 2018 bis 2020
Träger: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.

Kirchengemeinden sind prädestiniert, sich als Akteure und Gastgeber auch in der Bildungs- und Kulturarbeit für die Bürgerinnen und Bürger der Orte einzubringen, über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus.
Das Projekt greift die alte Tradition der Spindestube in zeitgemäßer Form auf. Früher versammelten sich Menschen an Winterabenden in der Spindestube, um sich gesellig zu treffen, miteinander zu essen und zu feiern, sich auszutauschen und neues zu planen. Im Wörterbuch der Dübener Heide ist dazu kurz vermerkt: „Spinde: die, gesellige Zusammenkunft der jungen Leute an Winterabenden, Fortsetzung der Spinnstube;“ Heute gibt es solche zwanglosen Treffen der Dorfgemeinschaft eher selten. Beklagt wird:

  • Der Verlust von Treffpunkten und -Anlässen in den Dörfern
  • Wenig Möglichkeiten zum Austausch von Erfahrungen, Ideen und Bedürfnissen
  • Verlust des Gemeinschaftsgefühls im Ort
  • Mangelnde Kommunikation zwischen den Generationen und den Alteingesessenen mit den Neuzugezogenen, fehlende Willkommenskultur
  • Daraus folgend fehlendes Gefühl von Handlungsfähigkeit als Dorfgemeinschaft

 

Das Projekt organisiert in 5 Gemeinden im Naturpark Dübener Heide / Sachsen-Anhalteinen regelmäßigen Dorftreffpunkt für die gesamte Einwohnerschaft. Monatlich wird ein offener Abend mit einem Bildungsangebot (Vortrag mit Gespräch), evtl. gemeinsamen praktischen und künstlerischen Tätigkeiten (Handwerk, Gesang, Tanz usw.) und Zeit für den persönlichen Austausch angeboten. Auch das gemeinsame Essen und Trinken ist wesentlicher Bestandteil der Abende, da sich eine entspannte und kreative Atmosphäre einstellen kann.

Die Veranstaltungen finden in den Räumen der örtlichen Kirchengemeinde statt, sie ist auch der Gastgeber. Die Veranstaltungsthemen beziehen sich auf aktuelle Entwicklungen, historisch Bedeutsames und naturräumliche Themen der Region, darüber hinaus werden Anbieter regionaler Produkte eingeladen oder besucht. Einmal im Jahr wird (pro Ort) eine Exkursion organisiert. Es werden Referenten aus der Region bevorzugt (in Kooperation mit der Ländlichen Erwachsenenbildung, dem mischKultur e.V. u.a. regionalen Institutionen).

Die Themen und Exkusionsorte werden, nach einer Einstiegsphase, gemeinsam mit den TN nach deren Interessen und Bedürfnissen gefunden und beschlossen. Der Eintritt ist frei. Jede/r ist eingeladen, eine Kleinigkeit für das gemeinsame Abendessen mitzubringen.

 

Ziele

  • Schaffung eines regelmäßigen Dorftreffpunktes für die gesamte Einwohnerschaft
  • Organisation eines regelmäßigen, niederschwelligen Bildungs- und Kulturangebotes in den Orten
  • Aktivierung der Kirchengemeinden als Akteur vor Ort
  • Vermittlung von Wissen- und Fähigkeiten zur Stärkung einer eigenverantwortlichen
    Lebensweise
  • Gelegenheiten schaffen für den Austausch und die Vernetzung vor Ort als Basis für gemeinsame weitere Planungen oder Ideen insbesondere zur Gstaltung des eigenen Dorf- und Gemeindelebens
  • Gemeinschaftserleben zur Stärkung des Zusammenhaltes

Zeitplan

01. September 2018 bis 30. November 2020

Das Projekt umfaßt:

  • Konzeptentwicklung,
  • Abstimmung mit den Gemeinden, Programmgestaltung und Referentengewinnung,
  • Sicherung der Räume und Technikausstattung,
  • Einladung der TN und Öffentlichkeitsarbeit,
  • insgesamt ca. 80 Abendveranstaltungen und 10 Exkursionen (2 pro Ort),
  • Verstetigung durch Einführung und Schulung von Verantwortlichen in den Orten,
  • Dokumentation und Evalution sowie Aufbereitung als Modell für die Landeskirche